Lemmy

 

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Hallo meine rockigen Jünger!


Openairs, au backe, da habe ich wieder mal eine gute Story, diesmal über Lemmy von Motorhead...
Lemmy el grande the ace !!! Brugge/Belgien – das weiss ich noch, ich glaube es war das Aardshock-Festival. Billing war Fargo (heute Victory), Ulli Roths Electric Sun, Viva, Gary Moore, die belgischen Killer und als Headliner Motorhead!! Das war Anfang der 80er, als ich noch bei Viva sang. Es herrschte typisches Festivalwetter, das heisst, es schüttete aus Kübeln und die tausende von Leuten hatten das wahrscheinlich grösste Moorfeld Belgiens angelegt, absolut rekordverdächtig!!


 Lemmy von Motörhead

Also wir (Viva) waren schon relativ früh angekommen und dachten wahrscheinlich nur an Whiskey oder Starkstromschläge. Lemmy der Grosse hatte so gegen 16 Uhr seinen Auftritt – und was für einen, aber dazu später mehr! Vorerst also alles cool und im grünen Bereich, ausser die Schuhe und die Garderobe meiner damaligen Freundin Dany aus Hannover, die ich hiermit herzlichst grüsse! Aber eben, die Garderobe! Dazu muss ich allen Fans jüngeren Jahrgangs sagen: In den 80ern waren die Mucker-Mädels immer rattenscharf angezogen: High Heels, mini Minis und natürlich mega coole Tops, hehe! Wir zogen uns gerade Gary Moores Soundcheck rein, von dem ich allerdings nicht viel mitbekam, weil mich das Girl dauernd damit nervte, das ihre High Heels im Morast stecken bleiben würden, und ausserdem würden wir ja erst am Abend spielen. Also warum im Regen stehen? Na ja und so ging es weiter und weiter: „Ich friere, ich will nach Backstage... komm bitte mit... du kannst mich doch nicht alleine lassen“, usw., usf. Aber die Kleine hatte eine Bombenfigur!! Alter, die war der Hammer!

Einmal drehe ich mich zu ihr hin, warum weiss ich nicht mehr, und was sehen meine Augen? Ich denke ich spinne!! Da liegt doch tatsächlich Lemmy im Morast auf dem Rücken, den Kopf zwischen ihren Beinen und wahrscheinlich mit einer Superaussicht nach oben, denn wegen der engen Minis waren damals Slips nicht so angesagt, weil da sieht man den Abdruck, was natürlich gar nicht cool wirkt! Lemmy hingegen hatte seine Freude, wie ich seinem Gesichtsausdruck entnehmen konnte! Ich hatte bis dahin noch nie das Vergnügen gehabt, ihn kennen zu lernen! Aber am Boden liegend und piepend?

Well, das Festival war ein voller Erfolg!! Auch mein Vater lernte Lemmy kennen: Der Hüne stand vor ihm und begrüsste ihn mit: „Hi, I am Lemmy.“ Mein Vater, des Englischen nicht mächtig, cool: „Hi, I am Marco.“ Natürlich soffen wir wegen des schlechten Wetters den ganzen Nachmittag durch und natürlich hatten wir eine Superzeit! 

Nun aber zu Lemmys Auftritt: Der hatte was vor, das merkte man am Getuschel irgendwelcher Veranstalter zwischen den Umbaupausen. Etwa um 17 Uhr war es dann soweit: Lemmy kam! Dieses Mal aber nicht von unten sondern von oben, und zwar in einem Heissluftballon, und der hatte wegen des schlechten Wetters fast genauso Schlagseite wie Lemmy selbst. Seine Majestät warf Autogrammkarten auf die Massen hernieder und um ein Haar hätte ihn eine heftige Böe hinterhergeschmissen. Beim Aussteigen war er auf alle Fälle noch bleicher als üblich. Hinterher sagte er zu mir: „Und wenn ich noch so besoffen bin, nie, aber niemals wieder steige ich in ein Gerät ohne Motor!“ Das konnte ich verstehen, aber dennoch weiss ich, dass sie sich nicht wegen eines Heissluftballons Motorhead genannt haben!

Also dann, bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heisst: Rockstory! Die nächste wird sich um Nikki Sixx drehen, genau so wie mein Kopf das jetzt gleich tun wird. Also bis bald, meine Lieben... Jack D. forever!!
Euer Marco Paganini...T.6

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